Alfred beschließt, Fokas anzusteuern, wo angeblich
auch ein schöner Platz zum Freistehen sein soll (auch wenn ganz in der
Nähe der Friedhof liegt). Wir fahren zunächst den gleichen Weg
Richtung Norden zurück, bis wir an eine östliche Abzweigung
nach Mammas kommen.

Von Mammas bis Lira müssen wir auf Schotterpiste eine Passhöhe
überqueren. Glücklicherweise begegnen uns nur ein Pickup und ein
Lastauto. Ausweichmanöver immer pikant! Wegen eines Baggers entsteht
ein kurzer Stop. Jetzt wissen wir auch, weshalb ein Lkw unterwegs ist, nämlich
um Bauschutt abzutransportieren. Als wir schließlich die Ortschaft
Nomia erreichen, sind wir wieder an der Küste. Von hier geht’s
südlich nach Fokas. Endlich angekommen, sind wir enttäuscht. Es
ist öde und verlassen, das Meer nicht besonders einladend. Aber dafür
ist es zum Kochen ideal. Als wir beim Espresso angelangt sind, beratschlagen
wir über unser weiteres Vorgehen. In Verbindung mit unserem direkten
Blick auf die Landzunge mit dem wunderschönen Städtchen Monemvasia
entscheiden wir uns für einen Abstecher genau da hin. Dieser malerische
Ort thront auf einem langen Felsen unmittelbar vor der Küste des Peloponnes,
der durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist.

Vor den Toren der mittelalterlichen Stadt reihen wir uns in die parkenden
Fahrzeuge ein. Am Ortseingang steht ein weißes Arbeitspferd. Ein Bauarbeiter
schaufelt Kies in die beiden großen Behälter auf dem Rücken
des Gauls. Beide tun mir leid, weil sie in der Gluthitze so schwer arbeiten
müssen. Später werden wir sehen, wie geduldig das Tier seine schwere
Last durch die gepflasterten beengten Gassen von Monemvasia trägt.

In das historischen Städtchen gelangen wir durch das alte verwinkelte
Stadttor. Die alten Natursteinhäuschen sind in ihrem Innern umfunktioniert
in Hotels, Souvenirläden, Boutiquen, Tavernen, teure Bars und Galerien.
Hier gibt sich die Schickeria alljährlich ein sommerliches Stelldichein.
Entsprechend hoch ist auch das Preisniveau. Am Ende der Hauptgasse befindet
sich die mittelalterliche Kirche Christós Elkómenos,
die auch für Besichtigungen offen steht. Bevor die Venezianer bis zum
Jahre 1540 die stark befestigte Stadt in ihren Besitz nahmen, war sie auch
für die byzantinischen Fürsten von Mistras bis 1464 von großer
Bedeutung. Später lieferten die Venezianer von hier aus die griechischen
Weine nach Italien. Nach einer Wanderung auf das Felsplateau über den
Dächern von Monemvasia machen wir Rast in einer gemütlichen Taverne,
natürlich direkt über dem Meer. Wir genehmigen uns einen Cafe-frapé
(Eiskaffee). Mineralwasser gehört in Griechenland sowieso zum Standard
und wird immer mit serviert. Ein weißes Segelboot zieht unterhalb der
Restaurantterrasse an uns vorbei und bietet ein typisches Urlaubspanorama.
Wir lassen es uns so richtig gut gehen und schwelgen nur so dahin. Wir rufen
den Ober und zahlen 5,-- € für unsere Getränke und tauschen
das Mittelalter wieder mit der Neuzeit. Das neue Monemvasia besitzt natürlich
einen Yachthafen, der im Sommer Hauptanziehungspunkt vieler reicher Griechen
ist. Jedoch sind hier die Preise erheblich niedriger als in der Altstadt.